https://www.kloster-heidenheim.eu/uploads/images/titelbilder/hdh-aktuelles-titelbild.jpg

Heidenheimer Abendvorträge zur Klosterkultur

Wer war der hl. Benedikt - und wie sahen seine Klöster aus?

Termin: Mi, 3. April, 19.30 Uhr
Ort: Foyer Westflügel Kloster
Referentin: Dr. Anne Müller (Eichstätt)
Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

In Kooperation mit dem Diözesanbildungswerk Eichstätt.

Benedikt von Nursia (*um 480, †547) hat als „Vater des abendländischen Mönchtums“ weltweiten Ruhm erlangt. An der Schwelle zwischen Spätantike und Frühmittelalter erprobte er als junger Mann neue Formen religiösen Lebens. Er zog als Einsiedler in eine Höhle, scharte Anhänger um sich, wäre aufgrund seiner Strenge fast vergiftet worden, und gründete schließlich um 529 die Abtei Monte Cassino. Dort schrieb er seine berühmte Regula S. Benedicti, die bis heute Lebensgrundlage für alle benediktinisch geprägten Nonnen und Mönche ist.

Der Vortrag der Historikerin Dr. Anne Müller lädt zu einer Zeitreise in die klösterliche Welt des 6. bis 9. Jahrhunderts ein. Er begibt sich auf Suche nach Lebensspuren des hl. Benedikt. Diese sind allerdings so dünn gesät, dass einige Forscher schon gezweifelt haben, ob Benedikt überhaupt eine historische Persönlichkeit oder vielleicht nur ein Phantom, eine Erfindung späterer Reformer gewesen sei. Diese These wird im Vortrag nicht vertieft. Skizziert wird vielmehr Benedikts legendäres Leben, wie es sich mit der von Papst Gregor dem Großen geschriebenen Heiligenvita fassen lässt. Vor allem aber wird Benedikts Idee des Klosterwesens beleuchtet. Wie sahen der klösterliche Alltag und die Klöster aus? Nach welchen Regeln wurde zusammengelebt? Welche Bestimmungen zu Nahrung, Kleidung, Klosterbauten gab es? Und warum konnten die Benediktinerklöster schließlich einen unangefochtenen Siegeszug im Europa des 9. Jahrhunderts verbuchen?