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An der Wunibaldstumba

Der unruhige Wandertrieb, der den Angelsachsen Wunibald Zeit seines Lebens erfasste, wollte sich auch nach seinem Tode von seiner sterblichen Hülle nicht trennen. Mehrmals wurden seine Gebeine innerhalb der Klosterkirche gehoben und an einer anderen Stelle wieder beigesetzt. Bei der Überführung der heiligen Walburga nach Eichstätt (870 -879) begleitete sein heiliger Leib die sterblichen Überreste seiner Schwester dorthin, kehrte aber nach 3 Tagen nach Heidenheim zurück und wurde in der Stiftskirche wieder beigesetzt.
Seine Reliquien wurden wohl im Laufe der Jahrhunderte mehrmals geteilt und an Wunibaldskirchen, Wunibaldsaltäre und bevorzugte Verehrer übergeben. Was in Heidenheim an sterblichen Resten des Heiligen noch vorhanden war, das bettete man 1483 in die jetzt noch erhaltene Tumba aus dieser Zeit, die in der Vierung der Klosterkirche, wo Langhaus und Querhaus sich kreuzartig durchdringen, einen vom Raum her bevorzugten Platz erhielt. Die Tumba besteht aus einem profilierten Sockel, einem mit Maßwerkblenden verzierten Gehäuse und einer Deckplatte mit der Liegefigur des Abtes und einer lateinischen Umschrift auf dem abgeschrägten Rand.
Hier ruht Abt Wunibald,
der erlauchte Sohn des Richard.
Er gründete, nachdem er frühzeitig
das Reich der Engländer verlassen hat,
dieses Kloster und befruchtete es
mit der Regel des Benedikt ungefähr 750
 
Der Heilige ruht hier im Ordensgewand der Benediktiner, den Abtsstab in der Rechten, in der Linken ein Häuslein haltend, das Sinnbild für das Kloster. Viele Menschen des Mittelalters, die meist die Kunst des Lesens nicht beherrschten, erkannten an dem Symbol in der linken Hand, dass hier der Gründer des Klosters ruht. Wunibald selbst führte zu seinen Lebzeiten noch kein Wappen Um seine königliche Herkunft hervorzuheben, legte man ihm zu Füßen ein Drei-Löwenwappen, das der englisch-französischen Königsfamilie der Plantagenet entnommen wurde, weil die Legende den heiligen Wunibald als den Sohn des englischen Königs Richard verehrt hat.
 
Am 29. Mai 1969 wurde die Wunibaldstumba vom Landesamt für Denkmalpflege tiefer gelegt und geöffnet. Anstatt der vermuteten Reliquien fand man aber vor allem moderne Ablagerungen darinnen vor: Schokoladen- und Kaugummipapier und einen maschinell hergestellten Besenstiel. Wie gelangten diese neuzeitlichen Abfälle in die mittelalterliche Tumba des Heiligen? Kinder hatten wohl anlässlich ihres Besuches im Heidenheimer Münster bald entdeckt, dass an der Stirnseite der Tumba eine Öffnung, eine Fenestella, in das Innere des Grabmales führt. Ein sperrender Eisenstab verhinderte, dass man durch diese Öffnung Teile der kostbaren Reliquien entnehmen konnte, wohl aber war es möglich, kleine Gegenstände einzuführen. So gelangte auch das Schokoladen- und Kaugummipapier in die Tumba.
 
Der Boden war aber mit einer ungefähr 5 cm hohen Schicht aus Erde bedeckt. Diese erdige Einfüllung war sicher nicht durch die Fenestella eingebracht worden, denn sie bedeckte die Bodenfläche gleichmäßig. Möglich, dass diese Schicht geheiligte Erde aus einem früheren Wunibaldsgrab war. Weitere Reliquien des Heiligen wurden nicht gefunden. Kein Wunder, denn die Tumba aus dem Jahre 1483 wurde wohl bereits 1606 geöffnet. Damals stellte der Truchsess Christoph von Waldburg an den Markgrafen von Ansbach die Bitte, ihm Reliquien des Heiligen zu überlassen. Der Markgraf ließ diese Bitte erfüllen. Hierbei könnten auch die in der Tumba noch vorhandenen Reliquien Wunibalds entnommen worden sein.
 
Enthält die Tumba auch keine Reliquien mehr, so strahlt sie doch noch den Glanz und den Glaubenseifer dieses Heiligen aus und erfüllt auch den modernen Menschen, der vor ihr steht, mit Staunen und Verwunderung.
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